Beschlüsse der Fachgruppe Gymnasien

Position zur „Zukunft des Gymnasiums“

Position der Fachgruppe zur Zukunft des Gymnasiums (neues Schulgesetz)

Die lang erwartete Novelle des Schulgesetzes liegt als Entwurf vor. Mit der aktuellen Entwicklung erhält auch die Diskussion um und besonders an den Gymnasien neuen Schwung. Angefeuert durch die Anhebung der Arbeitszeit für Gymnasiallehrkräfte erweitert sich die Diskussion mittlerweile um die Frage nach dem Ort des Gymnasiums in der niedersächsischen Schullandschaft. Die lang angekündigte und von der GEW geforderte Anerkennung der IGS als ersetzende Schulform setzt hier einen Impuls, der auch von GEW-Kolleginnen und -Kollegen als Infragestellung von Schulstandorten wahrgenommen wird. Und in der Tat gibt es im Flächenland Niedersachsen regionale Konstellationen, die durch die Neugründung von IGSen oder durch die verstärkte Konkurrenz mit bestehenden KGSen - insbesondere mit Blick auf die Oberstufe - eine Diskussion um Schulstandorte auslöst.
Angesichts der seit gut zehn Jahren sehr stabilen Zahl von 257 niedersächsischen Gymnasien kann man jedoch nicht von einer Existenzbedrohung der Schulform Gymnasium sprechen. Dies gilt insbesondere, wenn man diese Zahl in Beziehung setzt zu den 91 IGSen im Land. Zudem muss die jeweilige regionale Entwicklung gelesen werden vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung im Land, die gerade in der Fläche dazu führt, dass Schulträger die Diskussion um einzelne Standorte eröffnen. Die abnehmende Zahl der Schülerinnen und Schüler lässt natürlich Begehrlichkeiten entstehen, die klammen Kassen der Kommunen zu entlasten.
Als Fachgruppe Gymnasien der GEW begleiten wir diese Entwicklung kritisch, erkennen aber auch angesichts der bestehende Zwänge der demografischen Entwicklung und der knappen Haushalte an, dass einzelne Standorte in ihrem Bestand gefährdet sein können. Dies bedeutet keine Absage an das Gymnasium in der Fläche, sondern ein Eintreten für eine Debatte „mit Augenmaß“. Das Gymnasium hat einen festen Platz im niedersächsischen Schulsystem.
Die Fachgruppe Gymnasien verfolgt das Anliegen, das Gymnasium weiterhin zu stärken und mit Blick auf die Anforderungen einer sich verändernden Gesellschaft pädagogisch weiterzuentwickeln. Sie hebt hervor, dass gymnasiale Bildung weiterhin gesellschaftlich wichtig und unverzichtbar ist. Die Fachgruppe unterstützt daher stabile Gymnasien und deren pädagogische Weiterentwicklung, auch mit der Forderung nach entsprechenden Ressourcen. Die Fachgruppe ist sich aber auch bewusst, dass es aus demografischen und fiskalischen Gründen und zur Sicherung von gymnasialer Qualität notwendig sein wird, einzelne Gymnasien in integrative Schulen zu überführen.