Aus der aktuellen Fachgruppenarbeit

Nix mit „Pool“! Wie überstehen wir das Abitur 2017?

Das wird kein Spaß! Das Abitur 2017 verspricht für Lehrerinnen und Lehrer ein tiefes Tal der Tränen zu werden. Insbesondere die Hauptfachkolleginnen und -kollegen trifft es mit voller Breitseite, wenn sie nach den Osterferien „(Klausur-)Termin haben“. Englisch, Mathematik, Deutsch, Französisch – die „Big Four“ der Korrekturfächer geben sich dann ein munteres Stelldichein. Die Erst- und Zweitkorrigierenden sollten sich schon einmal die Tiefkühltruhe mit Notrationen füllen und den Netflix-Vertrag für diese Zeit ruhen lassen: Ihr werdet sowieso keine Zeit für Herd und Glotze haben! Wer ist schuld? Natürlich die Bayern, bescheren doch die Ferienzeiten in unserem alpinen Schwester- und Bruderland die Festlegung genau jener vier Fächer. Denn es ist „Pool-Zeit“! Die Aufgabenstellungen werden erstmalig aus dem länderübergreifenden Klausurenpool entnommen.

Ist das nicht schon genug, bescheren uns die beliebten Folterinstrumente der externen Evaluation zusätzliche Spielwiesen: der „Abitausch“ von Zweitkorrigierenden zwischen zwei Schulen, das sogenannte Dezernentenabitur und die Nachprüfung von bereits beurteilten schriftlichen Abiturprüfungen. Für die Kolleginnen und Kollegen der vier benannten Fächer wird der Rahmen des Machbaren endgültig gesprengt. Die GEW hat aus diesem Grund das Kultusministerium und die Niedersächsische Landesschulbehörde aufgefordert, beim Abitur 2017 auf diese Instrumente zu verzichten oder diese durch Sonderregelungen zumindest stark einzuhegen.

Rechtzeitig vor Weihnachten keimt nun Hoffnung auf: Nach Gesprächen im Kultusministerium ist zu erwarten, dass angesichts der sehr engen Terminierung die zusätzlichen Belastungen beschränkt werden. Zudem gehen wir davon aus, dass die Schulleitungen durch die Behörde angehalten werden, die zur Verfügung stehenden internen Möglichkeiten zur Entlastung zu nutzen (maximale Korrekturzeiten für den Erst- und Zweitkorrigierenden, Korrekturtage, Aufteilung der Zweitkorrektur, Ausdehnung der Prüfungstage für das mündliche Abitur, …).

Es geht nicht um eine „Erleichterungskultur“, es geht um die Qualität der Abiturkorrekturen! Gute Arbeit verlangt nach hinreichender Zeit und Wertschätzung durch den Arbeitgeber!
Wir sind für euch aktiv auf der Landes- und der Bezirksebene. Es wird aber auch notwendig sein, dass die Schulpersonalräte die Schulleitungen vor Ort ansprechen und in die Pflicht nehmen: Unterstützt die gewählten Kolleginnen und Kollegen bei dieser Aufgabe!

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